Urlaub in Südtirol

Wir wollten wandern und Radfahren: ab nach Südtirol. Wir wollten entspannen: ab nach Südtirol. Wir wollten super essen: ab nach Südtirol!
Die Südtiroler Bauernwelt ist Wellness im ursprünglichsten Sinne. Einfach erholsam. Darüber erheben sich die Berge. Und was für Berge! Hohe Felstürme, mächtige Wände, bizarre Zacken. Weißgrau leuchten sie, ganz ohne die finstere Schwermütigkeit, die manche nördlichere Alpentäler beherrscht. Ich liebe es, zwischen Weinbergen und Burgruinen zu wandern, durch Kastanienwälder aufzusteigen und über Klettersteige ganz nach oben zu kraxeln. In Südtirol gibt es 20 000 Kilometer markierte Wanderwege, 300 Kilometer schlängeln sich allein über die Seiser Alm, die höchste Alm Europas. Von einigen Gipfeln sieht man so weit, dass man fast glauben könnte, da hinten glitzert das Mittelmeer. Die meisten Einheimischen sprechen kehliges Tirolerisch und sagen “die Italiener”, wenn sie ihre Landsleute meinen. Südtirol aber ist Italien. Und das macht es noch schöner. Nicht nur wegen der 300 Sonnentage im Jahr, sondern wegen der Mischung aus alpenländischem und südlichem Lebensstil. Der latte macchiato wird in den Gassen von Brixen so kunstvoll aufgeschäumt wie in Neapel, die Pizza in den Laubengängen von Bozen ordentlich mit Büffelmozzarella belegt. Hier wirken viele kreative Geister. Das sieht man an originellen Museen, Hotels mit hohen ästhetischen Ansprüchen und einheimischem Kunsthandwerk. Und erst die Küche! Wer gern isst und trinkt, hat in Südtirol himmlische Stunden. Schon beim Wandern wächst alles in den Mund: Weintrauben und Walnüsse, Feigen und Aprikosen.
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